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Im Compliance-Management ist hohe Komplexität das Ergebnis von regulatorischen Entwicklungen, die sich durch die betroffenen Unternehmen kaum beeinflussen lassen. Ein aktuelles Beispiel für den schwierigen Umgang mit dieser Komplexität ist die Unternehmenssteuerreform III. Dieses vielfältige Regelwerk mit zahlreichen Unsicherheiten wies eine Komplexität auf, die von den Stimmbürgern deutlich abgelehnt wurde. Ein erneuter Vorstoss mit einer transparenteren, schlankeren und damit eleganteren Lösung für die Unternehmensbesteuerung ist unumgänglich. Denn die heutige Steuerpraxis ist nicht konform zu den Vorgaben der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), zu welchen sich die Schweiz bekennt. Für die Umsetzung der neuen Unternehmenssteuer ist mit einer Verzögerung von mindestens einem Jahr zu rechnen.


Neu erscheinen auf dem Compliance-Radar die von der amerikanischen IRS (Internal Revenue Service) verschärften Verrechnungssteuer- Regeln von US-Wertpapieren, 871(m).

Ebenfalls neu sind die erweiterten Standards zur Corporate Governance sowie ein neues Datenschutzgesetz als Vorbedingung für einen reibungslosen Datenaustausch.

Bezeichnung

Erläuterung

Zielsetzung der Regulierung

Herausforderungen für die Bank

Zeitachse

871(m)

Erweiterung des bestehenden QIRegimes

Verhinderung der Umgehung von US -Verrechnungssteuer durch den Einsatz von Derivaten

Erweiterte Reportingpflichten und Rückbehalt von Verrechnungssteuer

Stufenweise Einführung ab Januar 2017

AIA

Automatischer Informationsaustausch (Common Reporting Standard) nach OE CD-Standard

Verhinderung von Steuerhinterziehung

Bereitstellung der Daten zu Bankkonten und Wertschriftendepots von ausländischen Kunden in standardisiertem Format

Prüfung bestehender Kunden 2017. Erste Rapportierung 2018

Basel III

Weiterentwicklung von Basel II

Stabilisierung des internationalen Bankensektors

Umsetzung der Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen

Schrittweise Einführung bis 2019

Basel IV

Verschärfung und Erweiterung von Basel III

Stabilisierung des internationalen Bankensektors

Weitere Verschärfungen der Eigenkapitalquote und Liquidität

Ab 2019

Corp Gov

Corporate Governance (RS 17/1)

Definition Minimal-Standards für die Struktur und Steuerung der Bank

Einhaltung von Standards bezüglich Risikomanagement, internem Kontrollsystem und Revision

Mitte 2017

Datenschutzgesetz

Revision des Datenschutzgesetzes

Anpassung an EU -Recht für Datenaustausch

Erweiterte Transparenz /Auskunftspflicht bei der Bearbeitung von Personendaten und Meldepflicht bei Datenschutzverstössen

Voraussichtlich 2018

FIDLEG / FINIG

Finanzdienstleistungsgesetz / Finanzinstitutsgesetz

Erhöhung des Anlegerschutzes und Angleichung an EU -Regeln (MiFID II)

Prospektpflicht, Kostentransparenz, stärkere Risikoorientierung / Risikoaufklärung

Frühestens 2019

FinfraG

Finanzmarktinfrastrukturgesetz

Funktionsfähigkeit und Stabilität der Derivatemärkte und Angleichung an EU -Regeln

Meldepflicht, Abrechnungspflicht und Risikominimierungspflicht im Derivatehandel, erweiterte Meldepflichten im Effektenhandel

Stufenweise Einführung ab 2017

Instant Payments

Neuer Zahlungsstandard (SCT Inst) zur schnellen Übermittlung von Geld

Schnelle (< 10 s) und hochverfügbare (7/24) Lösung zur Übermittlung von Geld in der EU

Anbindung an den neuen Standard zur Übermittlung von Zahlungen in die EU

Frühestens Ende 2017

ISO 20022

Zahlungsverkehrs- Harmonisierung in Bezug auf Verfahren, Kosten und Meldungstypen

Nationale Verfahren für Zahlungsverkehr wie DTA oder EZAG werden durch internationale Normen ergänzt

Bereitstellung der Infrastruktur und der angepassten Prozesse und Verfahren. Information und Unterstützung der Kunden sowie der Softwarepartner

Schrittweise Einführung bis 2018 bzw. 2020 (neuer Einzahlungsschein)

MiFID II

Markets in Financial Instruments Directive II

Harmonisierung der Finanzmärkte und Anlegerschutz

Einhaltung der erhöhten Anforderungen an den Anlegerschutz und das Reporting

Voraussichtlich Anfang 2018

PRIIPs

Packaged Retail and Insurance-based Investment Products Verordnung

Kundenschutz durch bessere Kundeninformation

Bereitstellung eines Basisinformationsblatts (KID) mit den wichtigsten Fakten für alle Anlageprodukte

Voraussichtlich Anfang 2018

PSD2

Offene Schnittstelle für den Austausch von Zahlungsdaten

Verbreitung von sicheren und innovativen Zahlungslösungen

Verpflichtung, via APIs (Application Programming Interfaces), Schnittstellen für Drittparteien (TPPs) zur Verfügung zu stellen

Frühestens 2019

USR

Unternehmenssteuerreform bzw. Base Erosion and Profit Shifting

Keine Steuervermeidung durch künstliche Strukturen und fairer internationaler Steuerwettbewerb

Unternehmensstrukturen müssen angepasst werden

Umsetzung frühestens 2019, eher 2020

«Parexa ist es wichtig, die Erkenntnisse aus Projekten zu nutzen und zu teilen, denn Fehler sollen sich nicht wiederholen. Wir kombinieren aktuelles Fachwissen mit Erfahrung aus Projekten.»