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Die Finanzindustrie in der Schweiz und in Europa ist hinsichtlich der Umsetzung von regulatorischen Projekten 2018 weiterhin stark gefordert.

Am 3. Januar 2018 ist das Rahmenwerk «MiFID II» in Kraft getreten. Die europäische Finanzindustrie sowie davon betroffene Schweizer Banken konzentrieren sich derzeit darauf, noch offene Punkte zu bereinigen. Bis zum dritten Quartal 2018 müssen auch die Vorgaben zum systematischen Internalisierer umgesetzt sein – dies betrifft primär den Handel auf eigene Rechnung für Kunden. Für Schweizer Banken steht die Einführung des MiFID-Pendants im Rahmen der Gesetzgebung FIDLEG/FINIG unmittelbar vor der Tür.

Auf europäischer Ebene trat im Mai 2018 die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Eine Regulation, die auch Firmen mit Sitz in der Schweiz betrifft, wenn personenbezogene Daten von EU- und EWR-Bürgern bearbeitet und Güter oder Dienstleistungen in der EU bzw. im EWR angeboten werden. Damit können die rechtlichen Risiken für Anbieter grenzüberschreitender Dienstleistungen weiter ansteigen; erste Organisationen haben bereits Sammelklagen gegen aus ihrer Sicht potenzielle Datenschutzsünder angekündigt, um möglichst früh Präzedenzfälle zu schaffen. Die Überarbeitung des Schweizer Datenschutzgesetzes (DSG), das einige (aber nicht alle) Elemente der DSGVO übernimmt, befindet sich derzeit noch im Gesetzgebungsprozess im Parlament.

* Auswirkungen: Subjektive Einschätzung für eine Privatbank mit primärem Fokus auf das Schweizer Onshore-Geschäft

Die Aufgabenliste ist lang

Doch damit ist die Liste noch nicht zu Ende. Anfang 2019 sollen mit der Revision der Verordnung über die Eigenmittel und Risikoverteilung (ERV) sowie der Totalrevision des FINMA-Rundschreibens «Zinsrisiken – Banken» zentrale Vorgaben in Kraft gesetzt werden.

Eine auch für Schweizer Finanzdienstleister nicht zu unterschätzende Wirkung ist von der Payment Directive 2 (PSD2) zu erwarten. Diese muss im Europäischen Wirtschaftsraum bis zum dritten Quartal 2019 umgesetzt sein. Aufgrund der Vorgaben der PSD2 müssen Banken den Zugriff auf die Kundenschnittstelle mit Drittanbietern teilen. Die PSD2 stellt einen weiteren Schritt zur Öffnung der Finanzmärkte für Drittanbieter dar und zwingt die bisherigen Marktteilnehmer aufgrund des zu erwartenden steigenden Wettbewerbs dazu, effizienter und kostengünstiger zu produzieren. Die PSD2 ist in der Schweiz nicht direkt anwendbar. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass sich die Erwartungen der Marktteilnehmer an den Service von Zahlungsverkehrsdienstleistern im grenzüberschreitenden Verkehr schnell weiterentwickeln werden.

Zudem steht in der Schweiz ab 2019 eine Anpassung des Bankengesetzes an, bei der die Markteintrittshürden für FinTechs gesenkt werden. Die Schweizer Finanzdienstleister sollten die Chancen und Risiken von Open Banking-Konzepten für ihr Geschäftsmodell praxisnah abschätzen. Darauf aufbauend wird empfohlen, entsprechende Massnahmen zur Nutzung der Konzepte zu initiieren.

Im angefügten PDF Dokument ist eine tabellarische Übersicht der bevorstehenden Regulierungen mit weiteren Informationen.

Tabellarische Übersicht (PDF Dokument)