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Niemals zuvor hatte die Menschheit einen schnelleren und beinahe umfassenden Zugriff auf unzählige Informationen. Dennoch ist die Forderung nach mehr Transparenz in vielen Bereichen ungebrochen.

Auch in unserem Kerngeschäft, dem Projektmanagement, fordern Sponsoren und Anspruchsgruppen weitgehende Transparenz. Eines ist dabei klar: Diese Forderung hat ihren Preis, da sie Abläufe und Strukturen bedingt, um aussagefähige Berichte und Statistiken zu erstellen. Das bindet Ressourcen – vor allem auf Stufe Management. Als Unternehmer deuten wir diesen Trans-parenzanspruch hauptsächlich als Defizit an Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Für uns als Führungskräfte und Unternehmens-berater ist es eine permanente Aufgabe, das Vertrauen hoch zu halten und inhaltlich überzeugende wie nachvollziehbare Arbeits-ergebnisse abzuliefern. Deshalb lohnt es sich zu Beginn jeder kritischen Projektphase, die nächsten Vorgehensschritte einver-nehmlich und vertrauensbildend zu hinterfragen, indem wir «Betroffene zu Beteiligten» machen – eine sehr bewährte Grundregel unserer Tätigkeit. Eine systematische Analyse des Transparenzanspruchs führt uns unter anderem zum wirtschaftswissen-schaftlichen «Principal-Agent Dilemma». Der Prinzipal vergibt einen Auftrag, der Agent führt diesen möglichst Eigenver-antwortlich aus. Wenn der Agent regelmässig und transparent über Zwischenergebnisse informiert, wertet der Prinzipal das Endergebnis tendenziell positiver. Mit einem undurchschaubaren Endergebnis konfrontiert, stellen sich dem Principal automatisch Fragen: Waren bei der Auftragsvergabe die relevanten Vorgaben hinreichend bekannt? Wurden diese bei der Umsetzung eingehalten? Dieses «Principal-Agent Dilemma» zeigt sich auf jeder Stufe – im Tagesgeschäft eines Teamleiters ebenso wie anlässlich der Wahl des Verwaltungsrates durch die Aktionäre. Der operativ tätige Agent hat es in der Hand, dieses Informations-Ungleichgewicht zu beheben, seinen Prinzipal regelmässig zu informieren und bei Bedarf auch einzubinden. Diese gebotene Transparenz wird verdankt – mit Vertrauen und mit leiserem Ruf nach nochmehr Informationen.

Wir wünschen Ihnen ein Lesevergnügen, das Sie zu glasklarem Wirken anspornt.

Adrian Christoffe, Executive Director                        Beat Frischmuth, Executive Director

"Work hard, but smart – Unsere Arbeit soll Nutzen stiften und Spass machen." Dr. Beat Frischmuth – Executive Director